Chansons

CHANSONS 

Eine Handvoll Chansons meines Albums „Unsinkbar“, das demnächst erscheint, frisch gemischt und gemastert … demnächst alle Lieder komplett und in voller Länge auf Spotify, iTunes & Co !!!

Wie glücklich bist Du auf einer Skala von eins bis zehn | Ausschnitt

Eine Frau und ihr Ex-Mann. Ein schonungsloser Bericht von der dunklen Seite des Mondes und der menschlichen Beziehungen.

Unsinkbar | Ausschnitt

Das Chanson, das wie kein anderes meiner Chansons die Tragik zu Ende gehender menschlicher Beziehungen seziert, mit freundlicher Unterstützung durch die Minibar in Zimmer 102 des Miramar, einem Bahnhofshotel in Bad Pyrmont. Das leicht angetrunkene Saxophon spielt Tobias Klug.

Frau Z. und Herr K. | Ausschnitt

Eine  Story aus der Banksterbranche, geschrieben kurz nach der Lehman Brother Pleite und der darauf folgenden Finanzkrise. Herrn K. kenne ich persönlich, er heißt natürlich anders. Aber die Story ist ziemlich wahr.

Sie träumt vom Meer | Ausschnitt

Ein Lied über das Schicksal oder besser gesagt, den Zufall, der unser Leben bestimmt. Was für ein Zufall – und was für ein unverdientes Glück -, in Köln, Hamburg oder Wipperfürth geboren zu sein und nicht im Jemen, Sudan oder Syrien.

TEXTE

Wenn Sie beim Hören nicht alles gleich verstanden haben. Hier sind die Chansontexte noch mal zum nachlesen (Nicht nur o.a. Texte, auch weitere von der kommenden Platte).

Wie glücklich bist Du auf einer Skala von 1 bis 10? 

Hallo, ich bin’s, bist Du da?

Wenn Du mich hörst, ruf zurück.

Will nur wissen, wie’s dir  geht.

Was machst Du so im Augenblick?

Schade, gehst nicht ran

Solltest Du aber, irgendwann.

Es bringt nichts, mir aus dem Weg zu gehn,

gestern hab ich Dich im Park gesehn.

Ich will nur wissen, wie glücklich Du bist

auf einer Skala von eins bis zehn.

Hallo, ich bin’s, bist Du da?

Jedes mal geht die Voicebox an.

Hab Dich geseh’n, auf Instagram,

hübsches Bild: Du und der Mann.

Na dann, Gratulation!

Knipst Ihr noch oder fickt Ihr schon?

Du solltest mal zum Fenster geh’n,

siehst Du mich auf der Straße steh’n?

Ich will nur wissen, wie glücklich Du bist

auf einer Skala von eins bis zehn.

Hallo, ich bin’s, geh endlich ran!

War doch alles  nicht so gemeint.

Macht mich halt fertig, das mit uns,

dich nicht mehr, wie es scheint.

Ich weiß, er ist bei Dir, sag ihm:

ich wart‘ auf ihn vor der Tür.

Man kann euch hinter’m Vorhang sehn,

Ich kenne so Typen wie den.

Dem ist egal, wie glücklich Du bist,

auf einer Skala von eins bis zehn.

Hallo, hier ist das DRK, ist jemand da?

Wenn Sie mich hör’n, geh’n Sie bitte ran.

Hier liegt ein Mann, ist er Ihnen bekannt?

Ich ruf auf seinem Mobilphone an.

All seine Mails war’n nur für Sie,

Sie sind doch Natalie?

Er hat den Bus kommen seh’n,

blieb trotzdem auf der Straße steh’n.

In den Mails steht nur: Wie glücklich bist Du,

auf einer Skala von eins bis zehn?

Unsinkbar

Die Sonne versinkt am Horizont, irgendwo hinter Bad Pyrmont.
Ich sitz im Zimmer Nummer einhundertzwo, nebenan rauscht laut ein Klo.
Es wird Nacht im Miramar, doch da ist Licht in der Minibar.
Ich trinke Gin auf Eis und höre Frank Sinatra.
Ich lese deinen Abschiedsbrief, Du bist so kalt wie ein Islandtief.
Ich geh vor Anker in der Minibar, ich bin unsinkbar!

Der Mond steht still am Horizont, irgendwo hinter Bad Pyrmont.
Ich sitz im Zimmer Nummer einhundertzwo, nebenan stöhnt ein Pornovideo.
Es ist Nacht im Miramar, doch da ist Licht in der Minibar,
ich trinke Gin auf Eis und singe Frank Sinatra.
Ich zerreiße deinen Abschiedsbrief, ich bleib so kalt wie Corned Beef.
Ich geh vor Anker in der Minibar, ich bin unsinkbar!

Es ist Nacht in der Minibar, doch da ist Licht im Pissoir,
ich pinkel Gin auf Eis, ich bin Frank Sinatra.
Ich werfe deinen Brief ins Klo, geh doch weg nach Gütersloh.
Ich geh vor Anker in der Minibar, ich bin unsinkbar!
 
Frau Z. und Herr B.

Parkstraße vier, Montag früh 6 Uhr, Herr B.: Bad, Dusche, Deo, Rasur, Frau B.: Küche, Kaffee, Toast, Rührei, Sie: Hausputz, er: Porsche, A 3.

Stadtzentrum, Bankhaus, kurz nach 8 Uhr, Frau Z.: Blazer, Rock, Hochsteckfrisur. Frühstück: Apfel, R 1, Kaffee Haag, Handyklingel, Kundenauftrag.

Zehn Uhr, Händlerflur, caps, calls und swaps, Bildschirm: Markdaten, Meldung Mailbox. Marktanalyse: Zertifikat, Telefonorder: Zinsderivat. Herr B.: im Minus, Frau Z.: Gewinn, sie: Tee, er: Benzodiazepin.

Ein Uhr, Lufthansa, Flug Drei Acht Zwo, Frau Z., Herr B., sie: Saft, er: Bourdeaux. London, Meeting, Anlageprodukt, Beifall, Investor beeindruckt.

Downtown Soho, 3-Sterne-Lokal, Frau Z.: Salat an eau mineral, Herr B.: Bordeaux, Steak, drei Nasen Schnee, Er: lock’rer Schlips, sie: Dekollete.

Hotel, Aufzug, Herr B. ohne Schlips, Frau Z.: Frisur korrekt, kleiner Schwips, Penthouse Suite, Win-Win Situation, Moet Chandon, Aktion, Reaktion, Frau Z.: Investment nackter Popo. Herr B.: Penis Perfomance: no!

Dienstag, zwanzig Uhr, Parkstraße vier, Frau B., Neglige, Duft von Allure. Herr B., Kühlschrank, Eis, Vodka Red Bull, TV-News: Lehman-Brothers auf Null. „Wie war London?“ Sie, nackt, Schlafzimmer, Er: Vodka pur, „So wie immer“!

Sie träumt vom Meer   

Sie liegt in der Wanne, ist  ganz allein;
streut Badesalz ins Wasser, rasiert ihr Bein.
Dampf beschlägt den Spiegel, die Zeit verrinnt
und sie träumt vom Meer, von Wellen und vom Wind.
Sie träumt von fernen Ländern, von Rio und Shanghai,
vom Captain’s Dinner mit Champagner dry.
Das Radio spielt ein Lied und eine Stimme singt:
Ein Schiff wird kommen, das mir den einen bringt.
Und sie träumt vom Meer, von großen weißen Schiffen
Sonnenuntergängen an Korallenriffen.
Einmal will sie nur mit einem blonden Kapitän
auf große Reise geh’n.

Er treibt im Wasser, ist ganz allein,
die andern sind fort, das Boot sank wie ein Stein.
Wolken ziehn am Himmel, die Zeit verrinnt,
und er träumt von zu haus,  von Frau und Kind.
Er schaut umher, doch der Horizont ist leer,
über ihm nur Himmel, unter ihm das Meer.
In seinem Kopf ist eine Stimme  und die Stimme singt:
Ein Schiff wird kommen, das mich nach Norden  bringt.
Und er träumt vom Meer, von großen weißen Schiffen,
Sonnenuntergängen ohne Luftangriffe.
Einmal will er nur mit einem blonden Kapitän
auf große Reise geh’n.

Die Nase von Brad Pitt

Dies ist die Story von Heinz K., angestellt bei Edeka, wohnhaft Wuppertal.
K. besaß ’ne Höckernase und ein Kinn wie’n Osterhase und auch Haarausfall.

Da sah K. in RTL Doktor B. mit dem Skalpell von der Beauty Clinic in Köln-Bayenthal.
B. spritzte Botox, saugte Fett, sägte Nasenhöcker weg, implantierte, nähte, schnitt.

K. wollte auch eine OP, doch die Bank gab kein O. K. und verwehrte den Kredit.
K. besorgte ein Gewehr; in der Postbank Langendreer rief er: Geld her – oder ich schieß!

Er wollte nur die Nase von Brad Pitt, das Haar von Helmut Schmidt,
Das Kinn von Cary Grant, die Augen von James Bond.
Er wollte nur den Mund von Steve Mc Queen, die Ohren von James Dean
und das Glied von Sasha Hehn.

Dank der Kamera in der Bank hat die Polizei erkannt, dass K. der Gangster war.
Stefan D., der Kommissar, fand K. in einer Bar downtown Wuppertal.

D. trank Whiskey mit Heinz K. und sie kamen sich sehr nah,
nur die Kripo sucht noch Heinz K., wie er mal war.

Er hat jetzt die Nase von Brad Pitt, das Haar von Helmut Schmidt,
das Kinn von Cary Grant, die Augen von James Bond.
Er hat den Mund von Steve Mc Queen, die Ohren von James Dean
und das Glied von Sasha Hehn.

Erik(a)

Er hieß Erik, war Pastor in der Pfarre Sankt Theodor.
Ein frommer Mann des Vatikan, so glaubte jedermann.

Heimlich in der Sakristei schminkte er sich als Lorelei,
trug Tütü und Büstier, tanzte zu Schwanensee.

Plötzlich sah Schwester Cordula den Pastor mit Push-Up-BH.
„Der Satan,“ schrie sie, „in Weibsgestalt“, sie lebt jetzt in der Heilanstalt.

Der Bischof sprach: kehr um, mein Sohn, dein Weg führt in das Purgatorium!
Doch Erik tanzte weiter Cha Cha Cha  und nannte sich nun Erika.

Jemand sah ihn im Negligé, irgendwo an der Chaussee.
Man fand ihn bald im finst’ren Wald, doch da war er längst schon kalt.

Im Himmel fand Eriks Seele Ruh, die Engel trugen auch Dessous.
Und Gott verkündete:  „Ich heiß nicht Gott!
Mein Name ist Charlotte ! Mein Name ist Charlotte !
Mein Name ist Charlotte ! Mein Name ist Charlotte !“