Die Homepage wird im Moment überarbeitet (neues Design, neue Inhalte). Deshalb gibt es noch nicht viel zu hören. Ein Chanson (in vorläufiger Fassung) aber doch:

Unsinkbar | 3:33

 

Unsinkbar

Die Sonne versinkt am Horizont, irgendwo hinter Bad Pyrmont.
Ich sitz im Zimmer Nummer einhundertzwo, nebenan rauscht laut ein Klo.
Es wird Nacht im Miramar, doch da ist Licht in der Minibar.
Ich trinke Gin auf Eis und höre Frank Sinatra.
Ich lese deinen Abschiedsbrief, Du bist so kalt wie ein Islandtief.
Ich geh vor Anker in der Minibar, ich bin unsinkbar!

Der Mond steht still am Horizont, irgendwo hinter Bad Pyrmont.
Ich sitz im Zimmer Nummer einhundertzwo, nebenan stöhnt ein Pornovideo.
Es ist Nacht im Miramar, doch da ist Licht in der Minibar,
ich trinke Gin auf Eis und singe Frank Sinatra.
Ich zerreiße deinen Abschiedsbrief, ich bleib so kalt wie Corned Beef.
Ich geh vor Anker in der Minibar, ich bin unsinkbar!
Es ist Nacht in der Minibar, doch da ist Licht im Pissoir,
ich pinkel Gin auf Eis, ich bin Frank Sinatra.
Ich werfe deinen Brief ins Klo, geh doch weg nach Gütersloh.
Ich geh vor Anker in der Minibar, ich bin unsinkbar!
Sie und er

Sommer, Sonne, Strand, irgendwo am Meer,
es riecht nach Tang und Ambre solaire.
Frauen bräunen Haut, Kinder schaufeln Sand,
Männer spielen Ball, Wellen schlagen an Land.

Sie liegt im Sand, schaut auf’s iPhone.
Neben ihr sitzt er, mit einer Erektion.
Er streichelt ihr Bein, sie wischt herum,
er redet und lacht, sie nickt stumm.
Eine Möwe schreit,
er trinkt Red Bull,
sie Cola light.
Ein Tag am Meer,  sie und er.

Die Sonne brennt, er cremt sie ein,
ihr iPhone summt, ihn juckt das Bein.
Sie raucht Pall Mall und telefoniert,
er schaut sie an und transpiriert.
Dann weht ein Wind,
er schwimmt im Meer,
sie kaut Spearmint.
Ein Tag am Meer,  sie und er.

Der Mond geht auf über’m Strandcafe,
sie raucht Pall Mall, er bestellt Rosé,
Er schaut aufs Meer, sie blickt zur Bar,
der Kellner grinst, sie streicht durch ihr Haar.
Der Leuchtturm blinkt,
sie inhaliert
und er trinkt.
Ein Tag am Meer,  sie und er.

Sonntag früh um 10

Papa trinkt Kaffee,  Mama  rührt im  Tee,
Baby   löffelt Brei,  Papa köpft ein  Ei,
Hund hat Durst und  säuft,   Babys Nase  läuft:
Sonntag früh um  10.

Mama isst   Baguette,   Papa liest   SZett,
Baby  hat  jetzt Durst, Hund wittert  Wurst,
Papa blättert  um,  Fliege summt herum:
Sonntag früh um 10.

Mama  kocht  Kakao,   Radio   meldet Stau,
Auto draußen hupt, Baby pupt,
Papa geht auf’s Klo, Hund leckt sich den  Po:
Sonntag früh um  10.

 

Frau Z. und Herr B.

Parkstraße vier, Montag früh 6 Uhr, Herr B.: Bad, Dusche, Deo, Rasur, Frau B.: Küche, Kaffee, Toast, Rührei, Sie: Hausputz, er: Porsche, A 3.

Stadtzentrum, Bankhaus, kurz nach 8 Uhr, Frau Z.: Blazer, Rock, Hochsteckfrisur. Frühstück: Apfel, R 1, Kaffee Haag, Handyklingel, Kundenauftrag.

Zehn Uhr, Händlerflur, caps, calls und swaps, Bildschirm: Markdaten, Meldung Mailbox. Marktanalyse: Zertifikat, Telefonorder: Zinsderivat. Herr B.: im Minus, Frau Z.: Gewinn, sie: Tee, er: Benzodiazepin.

Ein Uhr, Lufthansa, Flug Drei Acht Zwo, Frau Z., Herr B., sie: Saft, er: Bourdeaux. London, Meeting, Anlageprodukt, Beifall, Investor beeindruckt.

Downtown Soho, 3-Sterne-Lokal, Frau Z.: Salat an eau mineral, Herr B.: Bordeaux, Steak, drei Nasen Schnee, Er: lock’rer Schlips, sie: Dekollete.

Hotel, Aufzug, Herr B. ohne Schlips, Frau Z.: Frisur korrekt, kleiner Schwips, Penthouse Suite, Win-Win Situation, Moet Chandon, Aktion, Reaktion, Frau Z.: Investment nackter Popo. Herr B.: Penis Perfomance: no!

Dienstag, zwanzig Uhr, Parkstraße vier, Frau B., Neglige, Duft von Allure. Herr B., Kühlschrank, Eis, Vodka Red Bull, TV-News: Lehman-Brothers auf Null. „Wie war London?“ Sie, nackt, Schlafzimmer, Er: Vodka pur, „So wie immer“!

Die Nase von Brad Pitt

Dies ist die Story von Heinz K., angestellt bei Edeka, wohnhaft Wuppertal.
K. besaß ’ne Höckernase und ein Kinn wie’n Osterhase und auch Haarausfall.

Da sah K. in RTL Doktor B. mit dem Skalpell von der Beauty Clinic in Köln-Bayenthal.
B. spritzte Botox, saugte Fett, sägte Nasenhöcker weg, implantierte, nähte, schnitt.

K. wollte auch eine OP, doch die Bank gab kein O. K. und verwehrte den Kredit.
K. besorgte ein Gewehr; in der Postbank Langendreer rief er: Geld her – oder ich schieß!

Er wollte nur die Nase von Brad Pitt, das Haar von Helmut Schmidt,
Das Kinn von Cary Grant, die Augen von James Bond.
Er wollte nur den Mund von Steve Mc Queen, die Ohren von James Dean
und das Glied von Sasha Hehn.

Dank der Kamera in der Bank hat die Polizei erkannt, dass K. der Gangster war.
Stefan D., der Kommissar, fand K. in einer Bar downtown Wuppertal.

D. trank Whiskey mit Heinz K. und sie kamen sich sehr nah,
nur die Kripo sucht noch Heinz K., wie er mal war.

Er hat jetzt die Nase von Brad Pitt, das Haar von Helmut Schmidt,
das Kinn von Cary Grant, die Augen von James Bond.
Er hat den Mund von Steve Mc Queen, die Ohren von James Dean
und das Glied von Sasha Hehn.

Erik(a)

Er hieß Erik, war Pastor in der Pfarre Sankt Theodor.
Ein frommer Mann des Vatikan, so glaubte jedermann.

Heimlich in der Sakristei schminkte er sich als Lorelei,
trug Tütü und Büstier, tanzte zu Schwanensee.

Plötzlich sah Schwester Cordula den Pastor mit Push-Up-BH.
„Der Satan,“ schrie sie, „in Weibsgestalt“,  dann kam sie in die Heilanstalt.

Der Bischof sprach: kehr um, mein Sohn, dein Weg führt in das Purgatorium!
Doch Erik tanzte lieber Cha Cha Cha  und nannte sich nun Erika.

Jemand sah ihn im Negligé, irgendwo an der Chaussee.
Man fand ihn bald im finst’ren Wald, doch da war er längst schon kalt.

Im Himmel fand Eriks Seele Ruh, die Engel trugen auch Dessous.
Und Gott verkündete:  „Ich heiß nicht Gott!
Mein Name ist Charlotte ! Mein Name ist Charlotte !
Mein Name ist Charlotte ! Mein Name ist Charlotte !“